AUSGEWÄHLTE LEHRPROJEKTE

PARADOXE INTERVENTIONEN – Einführung in die Performance-Art

Der Workshop diente der Einführung in das künstlerische Medium der Performance. Innerhalb der Performance, die eine Form der Aktionskunst ist, steht die Handlung des Künstlers im Vordergrund. Sie selbst wird zum Kunstwerk. Wie entwickelt und konzipiert man eine Handlung als künstlerische Setzung? Wie entstehen sprechende, lebende Bilder? Wie grenzt man die künstlerische Aktion zum Alltag ab?
Eine mögliche Antwort auf diese Fragen ist das Spiel mit paradoxen und absurden Elementen innerhalb der Performance. Anhand von praktischen Übungen und Künstlerbeispielen wurden grundlegende Kenntnisse vom Aufbau und der Struktur performativer künstlerischer Akte vermittelt. Eigene Material- und Medienvorlieben konnten einbezogen werden.
Das Ziel des Workshops war die Erarbeitung individueller, performativer Interventionen, die während der Summaery der Bauhaus-Universität Weimar präsentiert wurden.


Dokumentation der Performances von Tino Schult, Julia Tröndle, Marie Grund, Rebecca Stöhr, Carina Heidl, Rebecca Wiegand und Samira Gebhardt entstanden im gleichnamigen Performance-Workshop unter der Leitung von Anke Stiller.
Bauhaus-Universität Weimar, Summaery 2016, Abschlussfeier von Prof. Elfi Fröhlich

Kamera: Cindy Cordt

                                                                                                                                                                                                                                                                       
Bauhaus-Universität Weimar, 2016                                               

JUST PICK IT UP – Wiederholung und Appropriation in der Performancekunst

Der Fachkurs diente der praktischen und konzeptuellen Auseinandersetzung mit Strategien der Wiederholung und Aneignung (Appropriation) im Rahmen der Performancekunst.
Wir näherten uns diesen Strategien innerhalb verschiedener Themenblöcke und erschlossen uns diese durch spezifische Übungen und Aufgaben sowie anhand von ausgewählten Künstlerpositionen. Diese Themenblöcke beinhalteten künstlerische Ansätze wie Role-Playing/Identität als Experiment, Re-enactments, die Arbeit mit Tableaux vivants oder vorgefundenem Material sowie die Aneignung und Verarbeitung von bestehenden Cultural Performances.
Dabei spielte die Dialektik von Wiederholung und Authentizität eine wichtige Rolle, die wir praktisch und theoretisch hinterfragten.

Performance-Dokumentationen von Max Ratay und Sarah Spitzer
                                                                                                                                                                                                                                                                       
Bauhaus-Universität Weimar, 2015

StadtSzenen

In diesem Workshop wurden performative und intervenierende Aktionen im Stadtraum künstlerisch betreut und auf soziologisch und philosophisch relevante Aspekte des Themas Stadt bzw. Öffentlichkeit eingegangen.
Ausgangspunkt war die Stadt als Bühne. Getreu der Aussage „The Street is the stage.“ von Richard Schechner gingen wir im Workshop den verschiedenen Alltags- und Cultural Performances im Stadtraum nach, um diese in künstlerischen Aktionen und Eingriffen zu zitieren, zu bearbeiten und zu verrücken. Künstler wie Francis Alys, Jiri Kovanda, Lone Twin, Vito Acconci, She She Pop, Adrian Piper und Pawel Althamer wurden ebenso vorgestellt wie Arbeiten aus Christian Hasuchas Werkgruppen „Ereignisse - Attributives - Implantate“ oder Norbert Radermachers minimalistische Eingriffe „Stücke für Städte“.


Philipp Valenta, JAWOHL, ICH KAUFE!, Performance, Dauer: 15 Minuten, 2010

In "The Life and Times of Scrooge McDuck" von Don Rosa (in der deutschen Übersetzung) legt Dagobert Duck sein Vermögen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise an, indem er, entgegen aller vorherrschenden Meinungen, einfach alle Firmen und Betriebe aufkauft. 
Als Zitat dieses Bildes vermittelt die durchgeführte Performance in der heutigen Zeit eher Erheiterung denn bitteren Ernst.

Dennoch ist die Situation zwiegespalten. Die Frage nach dem Ausmaß unseres eigenen Konsums wird gestellt, muss aber vorerst unbeantwortet bleiben. Wann ist etwas Investition, wann eine soziale Notwendigkeit, wann reiner Überfluss?

Die Darstellung einer Person in gemeinhin als hochwertig konnotierten Kleidungsstücken mit Säcken voller Geld und dem in einem Schild manifestierten gedanken "Jawohl, ich kaufe" verkörpert sowohl das Klischee des Managers, des "reichen Geldsacks" wie auch den Wunschtraum vieler Menschen, mit vollen Taschen einmal "schick einkaufen zu gehen, ohne den Pfennig drei mal umdrehen zu müssen". 



Gloria Cazalles, SPACE TAKEN, Intervention, 2010

I want to know what are the points selected by pedestrians to remain 'standing' for a short period of time within the vast urban network. To do this, you must register the mark, as time passes, people move, the presence becomes absence and this movement does not allow the city to answer these questions at a glance.

These marks inform us of the places chosen by pedestrians to stop walking and to wait in these areas. They show the presence and absence of people in public space. These points are defined as being selected to carry out actions such as seeing, waiting, meeting, socializing, resting etc.

In this performance I draw these traces, the points taken by pedestrians within the walkable space. I draw the presence that will become absence later. Leaving this marks to the sight of all, I offer the opportunity to reflect on why we take ownership for a certain period of these points, why we prefer them and to be aware of our presence and absence in the continuous movement of the city. (Gloria Cazalles)



Mona Dann, REVIERMARKIERUNG, Performance, 2010

Als Mann pinkeln, ich pinkele auf alles, ich brauche Platz und jeder soll das sehen. Ich bin dominant!

Territorialverhalten und Reviermarkierungen spielen auch in der menschlichen Körpersprache eine große Rolle. Jeder hat seinen privaten Bereich, manche Bereiche sind größer als andere, manche werden dominant markiert und manche gehen unter. (Mona Dann)


Ana Alenso, GEGEN DIE PROXEMIK, Gruppenperformance, 2010


Ana Alenso, GEGEN DIE PROXEMIK, Dokumentation zur Performance, 2010



Simon Müller, GESTRANDET, Performance, 60 min, Videostill, 2010
                                                                                                                                                                                                                                                                       
Bauhaus-Universität Weimar, 2010


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